Der Traum von den eigenen vier Wänden scheitert nicht selten daran, dass nicht ausreichend Eigenkapital vorhanden ist. Viele Bauinteressierte sehen darin eine Benachteiligung, wären sie doch in der Lage, die monatlich zu zahlenden Raten für einen Kredit zu erbringen. Doch ihnen fehlt es an Sicherheiten und dem Eigenkapital.

Lange Zeit galt es als Voraussetzung für jeden, der einen Kredit für Hausbau oder –kauf bekommen wollte, dass er mindestens 30 Prozent Eigenkapital vorweisen musste. Daraus sollten die Nebenkosten beglichen werden, wie zum Beispiel Notarkosten, Gebühren für den Kauf und ähnliches. Solche Nebenkosten wollten die Banken nicht tragen. Doch dem ist seit einiger Zeit nicht mehr so. Inzwischen gibt es, wie auch bei Autos, die Vollfinanzierung für Immobilien.


Was versteht man unter einer Vollfinanzierung?
Soll einen Immobilie vollfinanziert werden, so heißt das nichts anderes, als dass der Kreditnehmer über keinerlei eigenes Kapital verfügt. Den Anfang der Vollfinanzierung machten einst die Tochterbanken ausländischer Kreditinstitute, wie etwa die NIBC Bank N. V. Sie zeigten den deutschen Banken gewissermaßen den Weg und seither bieten auch einiger der hier ansässigen Banken eine Vollfinanzierung an. So werden Neubauten bis zu 105 Prozent finanziert, was bedeutet, dass die reinen Objektkosten zu 100 Prozent getragen werden, die übrigen Prozent können für Nebenkosten eingesetzt werden. Tatsächlich reichen diese Prozente aber nicht aus, ganz ohne eigenes Kapital kommt niemand zu einer Immobilie.

Heute werden sogar bis zu 108 Prozent finanziert. Das hat den Vorteil, dass zum Beispiel die neue Küche oder andere Möbel ebenfalls über den Kredit finanziert werden können. Allerdings lässt keine Bank einen Kredit zu, ohne sich auf den ersten Rang im Grundbuch setzen zu lassen. Das bedeutet, dass bei jeglichen Zahlungsschwierigkeiten des Kreditnehmers immer die Bank zuerst Anspruch auf das Objekt hat und alle anderen Verbindlichkeiten zurückstehen müssen.